Warum konnte ich nicht üben ??!!

Natürlich hatte auch ich als Kind oftmals wesentlich besseres zu tun, als bei schönstem Sonnenschein übend am Klavier zu sitzen und auf mein Spielen mit Freunden zu verzichten.

Allerdings war ich leider weitaus erfindungsärmer, als ich es in den letzten 20 Jahren bei einigen meiner Schüler erfahren habe.

 Sehr nett klingt doch z.B. die fröhliche Aussage eines damals 6jährigen Jungen: “ Ich habe mich so doll auf die Stunde gefreut und bin deshalb ganz schnell mit dem Fahrrad hierher gefahren; aber weil ich so schnell wie ein Pfeil war, sind alle meine Noten aus dem Fahrradkörbchen geweht worden und ich kann das ja leider noch nicht auswendig spielen“.

Natürlich spielen die Grossmütter auch eine ganz wesentliche Rolle im allgemeinen Übungsdrama, denn sie „bekommen oft Kopfschmerzen“ oder ihnen wird „ganz schwindlig, weil ich das alles so oft und schnell geübt habe und dann aber leider aufhören musste, weil es bei ihr immer schwindliger im Kopf wurde“.

Der grösste Feind des heimischen Übens scheint allerdings das gemeine Haustier.

Angefangen vom nachtaktiven Hamster bis über die altersschwache Katze sind alle nur auf eines aus: Sie benagen in unbeobachteten Momenten stets unsere Notenblätter.  Manche fressen sie sogar vollständig auf! Und das immer wieder und alle paar Wochen auf´s Neue, ohne auch nur kleinste, körperliche Beschwerden zu zeigen.

Dazu sage ich nur folgendes:

Ich bin ein lächelnder Anhänger von originellen Ausreden im Unterricht. Die besten werden in mein blaugrünes Heftchen für die Nachwelt eingetragen.

Zusätzlich zum blaugrünen Heftchen stelle ich hierfür nun auch mein Gästebuch zur Verfügung, damit wir alle mal schauen können, was das häusliche Üben so unvorhergesehen vereiteln kann.

Als Fazit all´ dessen ziehe ich auch hier:

Musizieren soll und darf niemals Stress sein.

Man hat nicht immer Lust auf´ s Üben und oftmals hat man auch wirklich keine Zeit, weil Schulaufgaben oder Klassenarbeiten anstehen.  Danach den gesunden Ausgleich zu finden durch Sport, Spielen, Musik, ist sehr wichtig – nicht nur für Kinder.

Nehmen wir das Üben und Musizieren ernst.

Aber verlieren wir den Faktor „Freude und Spaß“ niemals aus den Augen dabei.

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